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auf dem Weg nach Maskat

05 Feb

Duracell HaeschenDer letzte Dealer muss mir statt dieser lustigen Pillen eine Duracell-Batterie angedreht haben.  Und seitdem radele ich ebenso unermuedlich wie dieses Haeschen in der entsprechenden Werbung.  Dabei hab ichs eigentlich gar nicht eilig, aber da ich fast nur noch zelte gehts eben am naechsten Tag immer wieder weiter.

von Al Hamra nach Hat

Die geilste Strasse der Welt. Stuerzt sich da voellig verrueckt 1000 Hoehenmeter in die Tiefe.

Dabei ist der Oman landschaftlich ganz weit vorn.  Wenn man erst mal von dieser trostlosen Kuestenautobahn weg in Richtung Berge ist, dann wird es wirklich absolut atemberaubend.  Die Strassen gehen bis 2000m hoch, und dann durch steile Taeler wieder runter.  Dabei wird man dann gern mal von so einer „Adventure“-Offroad Safari ueberholt, das sind dann mehrere Allradwagen in denen dicke Touris sich von omanischen Fahrern die Berge hochkutschen lassen.  Hinten faehrt dann sogar noch ein Auto leer mit, als Backup.  Und ich schwitze mich da irgendwelche 18%-Steigungen hoch und schleppe auch noch Essen fuer mehrere Tage mit.  Wo ist mein Backup?  Ach klar, ich hab ja kein Adventure gebucht.

Festung Nakal

das Fort von Nakal, sowas steht hier aber in jedem zweiten Nest rum

Zur Abwechslung und Unterhaltung gibts zwischendurch mal immer eine Burg oder ein paar Wachtuerme zu sehen.  Im Gegensatz zu den Emiraten, in denen die Touriplaetze immer irgendwie angelegt und kuenstlich und absolut tot aussehen (Gruesse an die Frauenkirche und den Neumarkt in Dresden), gibts hier tatsaechlich sowas wie Geschichte, sogar ne ganze Menge davon.

Ghul

verlassener Bergort, gleich daneben wurde ein neuer Ort gebaut, diesmal aber mit Strassen zwischen den Haeusern

Hin und wieder trifft man auf ein paar verlassene verfallende Ortschaften, vorzugsweise solche, wo es zu steil oder zu eng ist mit dem Auto drin rum zu fahren.  Ueberhaupt ist es das totale Autoland.  Kann man den Jungs hier auch nicht sonderlich uebel nehmen, bei Temperaturen im Sommer irgendwo zwischen 40 und 50 Grad verdunstet man wahrscheinlich alle 2 Minuten 10% seiner Koerpermasse oder so (und das kann bei manchen Leuten hier dauern).   Das hat zur Folge, da das ganze Land ja in den letzten 40 Jahren mit dem Autoverkehr wieder auferstanden ist, dass sich die ganzen Orte entlang der Strassen entwickelt haben und es teilweise ewige Entfernungen zum Gemueseladen sind.  Hotels stehen einfach irgendwo in der Landschaft, Hauptsache an der Strasse, so ist man ja sowieso mit dem Auto schnell ueberall.  Wenn man ein Auto hat und nicht wie ich, ein klappriges Damenrad.  Doch eines Tages, werd ich mich raechen…

Leider komme ich den Arabern nicht besonders nahe.  Aus und vorbei ist’s mit dere iranischen Herzlichkeit und Offenheit.  Alle sind superfreundlich und immer hilfsbereit, wirklich klasse, gar keine Frage.  Aber die Leute hier sind Auslaender gewohnt, man ist eben Touri, kommt und geht und niemand klagt mir sein Leid wie schlecht die Regierung sei.  Reisen ist aber sehr entspannt, weil keiner ist auf die Kohle der Touris wirklich angewiesen, weswegen man, vom gelegentlich freundlich gruessendem Inder abgesehen, voellig unbehelligt durch die Gegend spaziert.  Leider haben sie aber Fotos von sich oder gar von ihren Angetrauten nicht besonders gern, dabei sind sehr viele wirklich sehr fotogen.  Sorry Leute, muesst ihr mal selber hinfahren.

Sohar

Sohar, hier kommt immerhin Sindbad der Seefahrer her

Das spannendste ist eigentlich dieser Spagat zwischen Tradition und Moderne.  Ich glaube die Araber hier sind wirklich sehr traditionell drauf, man trifft echt kaum einen, der nicht im Nachthemd rumlaeuft.  Trotzdem ist alles sehr modern und fortschrittlich und die Orte bestehen deswegen aber nicht aus Plattenbauten oder Wolkenkratzern, sondern die kriegen es hin im traditionell-arabischem Stil neu zu bauen.   Das alles strahlt so viel Staerke aus, die haben es gar nicht noetig, wie, nochmals Iran, Gaestinnen unters Kopftuch zu zwingen.
Normalerweise verbindet man im Kopf mit dem Islam irgendwas rueckstaendiges, denkt an arme Leute die nicht viel mehr haben als ihre Religion.  Aber irgendwie passt das ueberhaupt nicht mit dem Bild zusammen, was man hier zu sehen bekommt, wohlhabende gutsituierte Menschen die trotzdem extrem traditionell drauf sind.  Dieser „Kontrast“ ist das eigentlich faszinierende hier.

Trinkwasserspender

An vielen Stellen stehen diese Trinkwasserspender. Da gibts immer frisches und kaltes Wasser.

gruenes Tal

es hatte mal einen Tag geregnet, da wird es dann gleich etwas gruener in den Wasserablaeufen

Steinbusen

Hatten wir das nicht schon mal?

Bergort

ein kleiner Ort in den Bergen

Trinkwasserauto

Im ganzen Land fahren diese Kisten Trinkwasser bis ins allerletze Dorf - kostenlos!

Haus unter Dattelpalmen

ein verfallendes Haus am Rande der Dattelpalmenplantage

Omanis

Hier hab ich doch mal ein paar von den Jungs vor die Kamera gekriegt. War in einem kleinem Dorf.

Wanderweg

Ihr seht nicht zufaellig auch den Wanderweg der da am Hang dieses 1000m tiefen Canyons lang geht?

Fussballplatz

im Gebirge ist wenig Platz, die geht die Strasse auch mal ueber den Fussballplatz

Fliegen

Ein wirklich sehr sehr nerviges Problem: Fliegen, zu Hunderten. Liegt aber nicht an mir, weil das Problem gibts nur an bestimmten Stellen. Ich hab schon mal um mich schlagend das Weite gesucht.

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2 Comments

Posted in Oman

 

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